Donnerstag, 2. April 2015

Immobilienexperte Thomas Filor, Magdeburg: Studentische Wohnsituationen



Es gibt viele Klischees über den Lebensstandard von Studenten – dieser ist selbst innerhalb Europas sehr variabel

Die Ergebnisse des europaweiten "Eurostudent Reports" belegen: Die Wohnsituation von europäischen Studenten unterscheidet sich in den jeweiligen Ländern erheblich. Dementsprechend unterschiedlich gestaltet sich auch der Alltag der jungen Menschen. „Auch wenn die Politik schon seit Jahren einen einheitlichen, europäischen Hochschulraum anstrebt, sagen vor allem die Wohnsituationen eine Menge über die jeweiligen Länder aus“, erklärt Immobilienexperte Thomas Filor. In Deutschlands Universitätsstädten ist es völlig normal in einer Wohngemeinschaft zu leben. „Die WG ist in den vergangenen Jahren zur Selbstverständlichkeit geworden. Single-Wohnungen sind zu teuer, Studentenwohnheime fast immer voll und bei den Eltern wollen die wenigsten Deutschen wohnen“, so Thomas Filor weiter. Auch in Irland und der Slowakei ist die Wohngemeinschaft die am meisten verbreitete studentische Wohnform.
Hingegen verhält es sich in Italien ganz anders: Nur 16 Prozent der italienischen Studenten kennen das WG-Leben. Ganze 75 Prozent leben noch bei ihren Eltern. „Ein Grund dafür ist die Seltenheit von Wohnheimen in Italien. Außerdem gibt es kaum kleine Wohnungen, diese weisen horrende Mietkosten auf“, bestätigt Filor. Entsprechend überrascht sind deutsche Studenten, die ein Auslandssemester in Italien verbringen. So verschwinden ihre Mitstudenten nach den Seminaren sofort nach Hause und lassen sich auch in typischen Studentenkneipen eher weniger blicken – und die Auslandsstudenten bleiben teilweise nur unter sich. In Deutschland leben nur 24 Prozent der Studenten noch bei ihren Eltern. Schließlich findet man die größten Individualisten unter den Studenten offensichtlich in Frankreich: Ganze 37 Prozent der jungen Franzosen wohnen nämlich alleine. Eine Quote, an die nur Finnland (36 Prozent) und Österreich (30 Prozent) herankommen.
Vergangene Woche gab das Bundesbauministerium bekannt, den Bau zusätzlicher Studierendenwohnungen in Deutschland mit mehr als 40 Millionen Euro zu fördern. „Trotz der stetig steigenden Studierendenzahlen hierzulande, scheuen sich nach wie vor viele Investoren in studentischen Wohnraum zu investieren“, beschreibt Immobilienexperte Thomas Filor die Situation.

Kommentare:

  1. Vielleicht hängt die Angst, in Studentenappartments zu investieren mit dem Bild zusammen, das viele von Studenten haben. Ich kann nur sagen, dass hat sich komplett gewandelt.

    AntwortenLöschen
  2. Ja, vorbei die Zeiten mit den langhaarigen Bombenlegern ... Die heutige Studenten sind meist mehr mainstream als ihre Eltern

    AntwortenLöschen
  3. Na, wir wollen mal nicht zynisch werden. Wir sprechen immerhin von der Zukunft Deutschlands.

    AntwortenLöschen
  4. Was können wir denn aus dem Beitrag lesen? Für Deutschlands Studenten ist es normal in WG's oder Studentenheimen zu leben. Südländische Studenten haben wohl den Vorteil, an ihrem Heimatstandort studieren zu können und leben deshalb bei der Familie. Das hat vermutlich auch einiges mit der jeweiligen Kultur und mit den finanziellen Möglichkeiten zu tun. Ich möchte nicht wisse, was wein Studentenwohnheim in Rom kostet.

    AntwortenLöschen